Nicht nur, weil ich Formen liebe. Sondern weil ich weiß, was es bedeutet, sich selbst wieder neu zu formen.
Mein Weg begann in der Mode: mit einer Ausbildung zur Modenäherin und Bekleidungstechnischen Assistentin. Es folgten ein Studium der Publizistik und Kunstgeschichte sowie ein Master in Soziologie.
Seit über zehn Jahren arbeite ich im öffentlichen Dienst, viele davon in leitender Position. Erfahrungen, die meine Arbeit bis heute prägen: Empathie, Geduld, Konzentration und ein feines Gespür für Prozesse.
Mein Alltag war lange geprägt von Verantwortung, Tempo und hohen Ansprüchen. Bis ich 2024 gezwungen war innezuhalten.
An der Drehscheibe habe ich etwas wiedergefunden, das im Alltag oft verloren geht: Ruhe, Fokus und die Verbindung zu mir selbst. Dieses Zentrieren — im wahrsten Sinne des Wortes — hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu achten.
Ich verstehe Keramik nicht nur als Handwerk, sondern als Prozess: einen Raum, der entschleunigt, den Blick klärt und uns wieder näher zu uns selbst bringt.
Drei Haltungen, die meinen Weg mit Ton — und mit Menschen — beschreiben.
Von der Modenäherin über Soziologie bis hin zur Töpferei — mein vielfältiger Weg ist kein Umweg, sondern eine Ressource. Geduld, Empathie und Prozessgespür fließen in jede Stunde im Atelier ein.
Manchmal braucht es einen Moment des Innehaltens, um sich neu zu finden. Das Töpfern hat mir diesen Moment gegeben — und ich möchte ihn weitergeben: als Raum ohne Perfektionsdruck, ohne den Anspruch, etwas richtig machen zu müssen.
Der Name kommt aus dem Finnischen und steht für Mut, Ausdauer und innere Ruhe. Ich arbeite nicht nur mit Ton, sondern auch mit dem, was darunter liegt: Stress, Erwartungen, Grenzen — und dem Mut, sich nicht mehr für alles zu verbiegen.
Manchmal entsteht die schönste Form genau dann,Merlina · Atelier SiSu
wenn wir aufhören, sie erzwingen zu wollen.
In meinen Kursen geht es um mehr als Technik — es geht darum, ins Tun zu kommen, Materialien zu erleben und den eigenen Rhythmus zu finden.